Gerontopsychiatrie

Einleitung:

Die Arbeit auf gerontopsychiatrischen Wohnbereichen stellt hohe Anforderungen, deren Umsetzung im Haus Hog´n Dor im Nachfolgenden als Anhang zum allgemeinen Konzept beschrieben wird.
Ganzheitlich, individuelle bedürfnisorientierte Arbeit mit konstanten Bezugspersonen sind uns wichtig und zeigen ihren Erfolg.
Grundlage für den Erfolg einer Therapie bildet die umfassende Information der Mitarbeiter und Angehörigen über Defizite und Ressourcen der Bewohner, sowie Weiterbildung der Mitarbeiter in therapeutischen Umgangsformen mit dementen Menschen.
Außerdem benötigen die Mitarbeiter bei der Betreuung Demenzkranker psychologische Beratung und Unterstützung. Von den Mitarbeitern wird Einfühlungsvermögen, Geduld und Verständnis für die Bedürfnisse der Bewohner erwartet. Durch Fortbildungsveranstaltungen und Gesprächsrunden wird den Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben, Probleme, Schwierigkeiten und Ängste zu thematisieren und aufzuarbeiten.

 

Beschreibung des gerontopsychiatrischen Bereiches:

Die Räumlichkeiten in der Gerontopsychiatrie sprechen persönlich an, sind großzügig gestaltet und einsehbar, damit den Bewohnern die Möglichkeit geboten wird, zu räumen, zu sortieren, Gegenstände hin- und herzutragen. Die Wiedererkennung bestimmter Örtlichkeiten, z. B. WC, Wohnzimmer, Küche, eigenes Zimmer ist durch Namensschilder und andere Orientierungshilfen an den Türen, Wänden, sowie persönlichen Gegenständen in den Zimmern gewährleistet.
Dieser Bereich verfügt über Einzel- und Doppelzimmer mit jeweils eigenem Duschbad, welches der DIN Norm für behindertengerechte Bäder entspricht. Die Zimmer sind mit Teppichboden ausgelegt, mit elektrisch verstellbaren Pflegebetten aus Holz, dazupassendem Nachtschrank, Sideboard und Kleiderschrank und können nach Belieben zusätzlich mit Mobiliar und persönlichen Gegenständen eingerichtet werden, außerdem ist ein Telefon und ein Satellitenanschluss fürs Fernsehen vorhanden, sowie eine Rufanlage. Haustiere, wie z. B. ein Wellensittich, sind kein Hindernis.
In unserer Arbeitshypothese von einer optimalen Dementenbetreuung gehen wir davon aus, dass Räumlichkeiten die Dementenbetreuung wesentlich unterstützen können. Die Räumlichkeiten sind so beschaffen, dass die Teilung der Gruppe und Einzelangebote möglich sind, dass für jede/n BewohnerIn ein Einzelzimmer oder Doppelzimmer zur Verfügung steht und genügend Bewegungsmöglichkeiten in Form von „Laufwegen“ vorhanden sind.
Ausreichende Orientierungspunkte durch Farbgebung und eine wohnliche Umgebung vermitteln Ruhe und Sicherheit.
Eine Anpassung und Ausstattung der räumlichen Umgebung hinsichtlich Licht, Temperatur, Musik und Geräuschpegel kann das Klima und das Wohlbefinden aller Anwesenden im Wohnbereich fördern.
Lautes Rufen und hallende, sich überschneidende Geräusche führen bei Demenzerkrankten häufig zu Erregungszuständen und Aggressionen. Musik hat differenzierte Wirkungen und wird vom Bewohner und Personal als wohltuend empfunden.
Helles, regelbares Licht in den Zimmern und auf den Fluren bietet Orientierung und verhindert Unsicherheit und Erregung. Ebenso trägt eine konstante ca. 23 ° C-warme Zimmertemperatur dazu bei, dass Bewohner ihre Umgebung als angenehm empfinden. Zu warme oder zu kalte Temperaturen führen zu Erregung und Unruhe. Personalräume, Dienstzimmer und Medikamentenverwahrung befinden sich außerhalb + innerhalb des beschützten Wohnbereiches.